Bitcoin erreicht historische Preismarke

Zum ersten Mal in seiner fast achtjährigen Geschichte hat die Kryptowährung Bitcoin den Wert von €1000 erreicht. Bereits am Neujahrstag 2017 hatte Bitcoin nach mehr als drei Jahren wieder die $1000 Marke überschritten. Durch den starken US-Dollar ist der Eurowert eines Bitcoin deutlich höher als beim bisherigen Allzeithoch von $1242 im Dezember 2013.

Bicoinchart zur Preisentwicklung von Bitstamp.com
Bicoinchart zur Preisentwicklung von Bitstamp.com

Bereits seit Oktober hatte sich eine Preisrallye angedeutet, die in den vergangenen Wochen verstärkt Fahrt aufgenommen hat. Es werden daher Erinnerungen an 2013 wach. Damals vervielfachte die Kryptowährung ihren Wert in kürzester Zeit um anschließend stark einzubrechen.

Doch dieses Mal ist einiges anders. Der Bullrun besteht nicht hauptsächlich aus Spekulation, sondern hat  wirschaftspolitische Hintergründe. Bitcoin ist besonders stark gefragt in China, Indien und Venezuela. In China wird Bitcoin primär verwendet um die Kapitalkontrollen zu umgehen. In Indien findet seit Herbst letzten Jahres ein Geldexperiement statt, dass viele Geldscheine ungültig machte und den Bargeldkreislauf einbrechen ließ, weshalb es zu einer Nachfragesteigerung an Bitcoin kam. Ähnlich sieht es im durch Hyperinflation leidenden Venezuela aus. Spekulationsferne Gründe für die Zunahme der Nachfrage finden sich auch in vielen anderen Ländern.

Und so scheint es, dass neben warnenden Stimmen besonders diejenigen laut sind, die den Preis gen Mond steigen sehen. Und spätestens da ist ein Vergleich zu Ende 2013 zu ziehen. In einem Finanzmagazin lass man kürzlich die Aussage eines Experten, der eine hypothetische Vervierzigfachung des derzeitigen Wertes in Betracht zieht.

Wenn Bitcoin irgendwann nur zehn Prozent des Wertes allen Goldes hätte, dann müsste sich der Kurs von heutigen Niveau aus vervierzigfachen.

Bei derartigen rosigen Zukunftsaussichten (wenn auch hypothetisch) kommt einen schnell das Zitat “Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen” in den Sinn.

Neben der breiteren Nachfrageseite haben sich auch andere Faktoren gegenüber von vor drei Jahren verbessert. Damals war Bitcoin im Grunde nur an einer großen Tauschbörse handelbar – nämlich Mt.Gox, welche später ein umrühmliches Ende fand. Heute gibt es Dutzende große Tauschbörsen weltweit. Das Ökosystem hat sich stark weiterentwickelt und diversifiziert.

Letztlich gilt, wie vom ehemaligen Präsidenten des Europaparlaments José María Gil-Robles vor der Euroeinführung einmal formuliert, sowohl für Bitcoin wie für jeden andere Währung:

Eine Währung kann nur so stark sein, wie das Vertrauen, das sie genießt

Das Vertrauen in die dezentrale Währung Bitcoin scheint derzeit sehr stark zu sein.

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