Grin – Ein Jahr nach der Veröffentlichung

Vor ziemlich genau einem Jahr am 15. Januar 2019 wurde Grin veröffentlicht. Das Projekt verfolgt eine neuen Implementierungsansatz der gleichzeitig mit Privatsphäre, Skalierbarkeit und Inflation für viele als der Hoffnungsträger in der Kryptoszene steht. Der anfängliche Hype ist nach fast 12 Monaten abgeflaut und es ist Zeit Grin näher zu betrachten.

Was ist Grin?

Grin ist eine Kryptowährung die auf dem neuartigen MimbleWimble-Protokoll basiert. Leser der englischsprachigen Ausgabe von Harry Potter kommt dieser Begriff bekannt vor. MimbleWimble ist im Roman ein Zauberspruch, der bewirkt, dass ein Gegner Zaubersprüche falsch ausspricht und somit ein Vorteil erlangt werden kann. Im übertragenen Sinne trifft dies auch auf das gleich benannte Protokoll zu, denn es führt u. a. dazu, dass Transaktionen nicht nachvollzogen werden können.

Aber einen Schritt zurück. Die Geschichte von MimbleWimble beginnt im August 2016, als eine anonyme Person unter dem Pseudonym Tom Elvis Jedusor (Voldemorts Name in der französischen Harry Potter Ausgabe) ein Whitepaper im Bitcoin Developer Chat veröffentlichte. Die Begeisterung über das neue Protokoll hielt sich zunächst in Grenzen, bis ein Entwickler sich das Paper genauer ansah und die Vorteil erkannte. Er überarbeitete das Whitepaper und anfänglich wurde sogar in Erwägung gezogen, das neue Protokoll in Bitcoin zu implementieren, aber dies gestaltete sich durch eine fehlende Scripting Language bei Bitcoin schwierig. So begann die Entwicklung von Grin und bald darauf Beam die beide MimbleWimble nutzen. Grin als reines Community-Projekt (Beam wird von einem Unternehmen entwickelt) wollen wir in diesem Artikel betrachten.

Was sind die Vorteile?

Das MimbleWimble-Protokoll speichert deutlich weniger Informationen einer Transaktion im Vergleich zu Bitcoin. Zudem werden Transaktionen zusammengefasst, was zu zusätzlicher Speicherersparnis und besserer Skalierbarkeit führt.

Oftmals als wichtigster Vorteil genannt, ist der bessere Schutz der Privatsphäre. Wie mittlerweile viele wissen sind Bitcoin-Transaktionen (wie auch Transaktionen vieler anderer Krypto-Projekte) nicht wirklich anonym und können durch die Blockchain verfolgt werden und ggf. irgendwann einen Besitzer zugeordnet werden. Bei Grin ist dies nicht möglich. Das Protokoll vereint dafür mehrere Ansätze: CoinJoin, Confidential Transactions und Dandelion genannt.

Die detailierte Erklärung dieser drei Ansätze würde den Rahmen sprengen, sodass hier nur kurz oberflächlich eingegangen wird.

Bei CoinJoin wird ein Hash einer Transaktion vor dem Schreiben in die Blockchain mit anderen Transakationshashes gehasht, sodass ein finaler Transaktionshash für mehre Transaktionen ensteht, der schlussendlich in die Chain geschrieben wird. Aus dem finalen Hash kann nicht auf die einzelnen Transaktionen zurück geschlossen werden.

Confidential Transactions ist ein Ansatz der alle nicht benötigten Informationen mit mathematischen Prinzipien eliminiert. Hierzu gehören zum Beispiel Informationen über die Höhe der Transaktion aber auch über den Empfänger und Sender. Nur der Sender und Empfänger selbst kennen alle Informationen.

Dandelion ist ein Ansatz um Transaktionen weiter zu verschleiern, indem sie verzögert und über einen zufällig generierten Node-Pfad im Netzwerk verteilt werden und die Zuordnung wer zu welcher Zeit eine Transaktionen gesendet hat schwierig bis unmöglich wird.

Und die Nachteile? Die gibt es natürlich auch. Der Vorteil der Anonymität wird erkauft durch die Einschränkung der Bedienbarkeit. Denn dazu müssen Sender und Empfänger gleichzeitig online sein, fast wie bei einer Bargeldübergabe.

Hierzu muss noch erwähnt werden, dass es theoretische Ansätze gibt, wie diese Nachteil behoben werden können, aber zum bisherigen Zeitpunkt noch nicht implementiert worden sind.

Zudem hat Grin eine hohe Inflation durch die sich das Projekt bzw. die Weiterentwicklung hauptsächlich finanzieren soll, aber auch den Anspruch als Kryptogeld erfüllen soll welches hauptsächlich verwendet und nicht gehalten werden soll.

Wie hoch ist die Inflation von Grin?

Viele unterschiedliche Aussagen exisistieren rund um die Inflation von Grin. Letztlich ist es ganz einfach. Grin hat keine festgelegte Endmenge wie z. B. Bitcoin (21 Millionen Coins). Jede Sekunde wird ein Grincoin erzeugt (60 Grincoins pro Minute). Somit werden jährlich rund 31,5 Millionen neue Grin erzeugt. Dies führt in den ersten Jahren zu einer enormen Inflationen, lässt aber mit den Jahren spürbar nach, da die bereits existierende Gesamtmenge im Verhältnis zu der konstant neue erzeugten Menge immer größer wird.

Im folgenden ist die Inflation (da es Schaltjahre gibt ist die Menge nicht exakt richtig) bis zum Jahr 2050 berechnet.

Illustrierte ungefähre Grin Inflation bis 2050

Manche sagen die Inflation sei viel zu Hoch um darin ein Investment zu sehen, andere wieder rum argumentieren, Grin soll kein Investment-Case werden sondern nun wirklich mal ein verwendbares Krypto-Geld und da ist eine hohe Inflation von Nutzen, damit von Vornherein großangelegtes Hodln unterbunden wird.

Ob MimbleWimble letztlich auf Projekte wie Grin und Beam beschränkt bleiben wird bleibt abzuwarten. Es gibt Bestrebungen von existierenden Projekten wie Bitcoin und Litecoin das Protokoll zu implementieren.

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