Videoserie zu Bitcoin und Blockchain von TechCrunch

“… This is the big breakthrough. This is the thing we’ve been waiting for,” said Marc Andreessen, the cocreator of the first commercial Web browser, Netscape, and a big investor in technology ventures. “He solved all the problems. Whoever he is should get the Nobel Prize – he’s genius. This is the thing! This is the distributed trust network that the Internet always needed and never had.”
Über Satoshi Nakamoto. Aus dem Buch »Blockchain Revolution« von Don Tapscott

Das auf Technologie spezialisierte US-Onlinemagazin TechCrunch veröffentlichte eine empfehlenswerte sechsteilige Videoserie über Bitcoin und Blockchain. Die Serie mit jeweils etwa siebenminütigen Episoden steht frei auf Youtube zur Verfügung.

Die Serie basiert auf den Buch »Digital Gold« vom New York Times Reporter Nathaniel Popper. Zu Wort kommen viele die die Entwicklung bis heute mitgeprägt haben, u. a. der CEO der chinesischen Tauschbörse BTCC Bobby Lee, der derzeitige Bitcoin Chefentwickler Gavin Andresen, Ethereum Erfinder Vitalik Buterin, Managing Director der R3 Blockchain Consulting Firma Charley Cooper, der umstrittene Bitcoin Evangelist Roger Ver und der ehemalige Finanzminister der USA und emeritierten Präsident der Harvard Universität Larry Summers.

Achtung Spoileralarm: Dieser Beitrag stellt alle sechs Teile kurz vor. Wer sich die Inhalte ohne Vorabinformationen selbst erschließen möchte, sollte hier aufhören zu lesen und direkt zu Youtube wechseln.

Teil 1 – In the Beginning

Im ersten Teil der Serie wird ein grober Bogen geschlagen, von der Veröffentlichung der Bitcoinsoftware 2009, über die ersten geplatzten Spekulationsblasen 2011 – welche die erste große öffentliche Aufmerksamkeit nach sich zog – bis zur aktuellen Diskussion der Technologie im globalen Kontext.

Ein anonymer Miner aus Venezuela erklärt Bitcoin anhand eines öffentlichen Buchs, welches alle Informationen konsistent für jeden einsehbar und überprüfbar beinhaltet – eine Art globaler Konsens aller Teilnehmer im Netzwerk.

Teil 2 – Mines and Miners

Im zweiten Teil geht es um das Mining. Professionelle Akteure aus den USA und China erklären das Mining, dessen Intention durch den Erfinder und die aufkommende Problematik die damit einhergeht. Gezeigt wird eine professionelle geführte Mining Firma am Min Jiang River in China. Die Zahl der Menschen die in China mit Bitcoin arbeiten wächst, da die Energiekosten im Vergleich zu vielen anderen Ländern günstig sind.

Thematisiert wird die zunehmende Konzentration der Miningkapazitäten. In einem offenen Netzwerk wie Bitcoin, kann eine große Konzentration auf zu wenigen Teilnehmern zu einer Art digitaler Diktatur führen, da die Miningpower gleichzeitig Entscheidungsmacht im Netzwerk widerspiegelt. So könnte durch wenige bestimmt werden, welche Version und Art der Bitcoinsoftware global für alle gültig ist.

Teil 3 – In the Search of Itself

Der dritte Teil behandelt Bitcoin auf der Suche nach sich selbst und die Zerrissenheit der Community zur ungelösten Frage der Skalierbarkeit. Bisher stellte die begrenzte Blockgröße und die Limitierung der Anzahl der zu verarbeitenden Transaktionen kein Problem dar. Die steigende Popularität und Nutzung von Bitcoin führt zu immer volleren Blocks, was in längere Bestätigungsdauern mündet – die Durchleitung wird sozusagen verstopft.

Der Disput über die maximale Anzahl von Transaktionen pro Sekunde zieht sich quer durch die Community. Die Episode zeigt das Für und Wider sowie die möglichen Auswege auf (Blockvergrößerung, Off-Blockchains bzw. Sidechains).

Teil 4 – Blockchain on the Rise

Die Anwendungsszenarien der Blockchain Technologie sind vielfältig. Die sichere Speicherung von digitalen Daten und Assets, über Smart Contracts bis zur Veränderung des Informationsflusses. Es werden Startups gezeigt die mit Hilfe der Blockchain an Lösungen für alltägliche und globale Probleme arbeiten. Und wie sich die Welt durch die Technologie in vielen Bereichen komplett verändern könnte.

Michael Dunworth, CEO des Startups SnapCard, beschreibt die Blockchain als eine Art „Alien-Technologie“. Eine Technologie die es bisher nicht gab und wir erst lernen müssten, wie man mit ihr umgeht und wie man die Möglichkeiten ausschöpfen kann.

Teil 5 – Ethereum’s Blockchain

Der fünfte Teil der Serie behandelt die Blockchain des viel diskutierten und kontroversen Projekts Ethereum. Ethereum ging am 30. Juli 2015 live und hat sich seitdem zum zweitwertvollsten Blockchain-Projekt nach Bitcoin entwickelt. Der Hauptentwickler und Kopf des Projekts ist Vitalik Buterin, der in dieser Serie vielmals zu Wort kommt.

Ethereum sieht sich als eine neue und verbesserte Version von Bitcoin, die mehr Möglichkeiten bietet. Das Ziel ist die Schaffung nicht nur einer dezentralen Währung, sondern vielmehr die eines dezentralen Weltcomputers zur Berechnung vielfältiger Aufgaben. Im Grunde nichts anderes als die Entwicklung dezentraler Unternehmungen, die nach fest programmierten Regeln geführt werden.

Teil 6 – Co-opt vs. Disrupt?

Im letzten Teil wir der Bogen von der technologischen Möglichkeit zu der gesellschaftlichen Auswirkung geschlagen, und es werden die Vor- und Nachteile öffentlicher und privater Blockchains diskutiert. Die vorherrschende Meinung der Tech-Elite, dass alles offen, verfügbar und für jeden teilbar sein muss, widerspricht den geschäftlichen und politischen Interessen vieler Institutionen (Silicon Valley vs Wallstreet).

Festzustellen ist, dass einige Informationen in dieser Episode nicht mehr der Aktualität entsprechen. Im November 2016 haben sich drei große Namen aus dem R3 Konsortium verabschiedet. Darunter Schwergewichte wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Santander Bank. Zuerst wurde vermutet, dass der Hype um die Blockchain langsam verfolgen ist. Jedoch wurde schnell klar, dass die offensichtlichen Gründe die Rivalität der Investmentbanken und eine neuerliche Finanzierungsrunde waren und keine der Parteien Geld finanzieren wollte, von dem die halbe Branche profitieren würde. Die ausgetretenen Banken sind nun anderweitig in Blockchain-Projekte involviert.

Fakten

Am 03. Januar 2009 wurde der erste Bitcoin erzeugt. 2140 wird der letzte Bitcoin erzeugt werden.

1 MegaByte ist das Maximum an Daten die alle 10 Minuten im Bitcoin-Netzwerk verarbeitet werden können. Maximal 7 Transaktionen pro Sekunde.

12,5 Bitcoins werden im Jahr 2017 jede 10 Minuten durch einen neuen Block erzeugt. Die maximale Anzahl von 21 Millionen Bitcoins wird im Jahre 2140 erzeugt sein.

2013 wurde bei einem Hackerangriff auf Mt.Gox Bitcoins im Wert von $350 Millionen gestohlen. $65 Millionen wurden 2016 bei einem Hackerangriff auf Bitfinex gestohlen.

$160 Millionen wurden für die Entwicklung des ersten auf Ethereum basierenden dezentralen Startups DAO (Denzentralized Autonomes Organization) eingesammelt.

Goldman Sachs schätzt das jährliche Potenzial der Blockchain auf $37 Milliarden.

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